Amateursportvereine als Lernorte der politisch-historischen Bildung
Amateursportvereine sind in ihrer Funktion zur „selbsttätige(n) Aneignung von Demokratie in demokratischer Praxis“1 zu begreifen. Darüber hinaus liegt in Amateursportvereinen das Potenzial als „non-formale Lernwelt“2 Lernende in einem außerschulischen Setting zu erreichen. Durch die demokratische Struktur (Vereinsstruktur) des Lernortes und durch die sportliche Lehr-Lern-Situation bietet sich eine für die Politische Bildung relevante Lernwelt. Dieses Potenzial Politischer Bildung (über ein Demokratieerlernen hinaus) liegt in der Möglichkeit die implizite Bildung, die in Trainings- und Übungssituationen3 vor allem durch die Rolle des*der Trainer*in4, zum einen durch Prinzipien der Politischen Bildung auszufüllen und zum anderen um explizite Bildungsangebote zu ergänzen. Während die Potenziale impliziter Bildung im Kontext des Sports im Verein durch Neuber und Golenia empirisch nachgewiesen sind5, scheinen empirische Untersuchungen zur Wirksamkeit expliziter Politischer Bildung nicht vorzuliegen. Aber genau im Zusammenbringen der gegebenen Strukturen des Vereins (Trainingssituationen, Trainer*innen als außerschulische Lern- und Erfahrungsbegleiter*innen, Vereinsdemokratie) mit expliziter politischer Bildung in Form von unterschiedlichen Lernformaten (bspw. Workshops, Bildungsfahrten oder Begegnungen) liegt ein großes Potenzial für außerschulische Politische Bildung6.